Rasur mit dem Rasiermesser

Pflege des Rasiermessers
Während Rasiermesser aus rostfreiem Stahl weniger Anforderungen stellen, müssen übrige Messer nach Gebrauch mit klarem Wasser abgespült und sorgfältig abgetrocknet werden!! Während längerem Nichtgebrauch empfiehlt sich Einfetten mit leichtem Öl. Ebenso sollte das Messer nicht feucht und unbelüftet lagern.

Keine allgemeingültige Regel gibt es über das Abziehen (Ledern) von Rasiermessern; in manchen Fällen genügt ein leichtes Abziehen über den Handballen, zumal wenn das Messer zwischen den Rasieren mehrere Tage Ruhe hatte. Maßrasierer alter Schule wissen es: "Die Wate (Schneide) wächst", d. h. der mikroskopisch erkennbare, hauchfeine Grat auf der Schneide verändert sich bei der Rasur, kehrt aber danach wieder in seine alte Position zurück, er streckt sich und wird wieder hauchfein. Trotzdem, irgendwann trägt sich dieser feine Grat wieder ab und dann sollte der passende Abziehriemen zugekauft werden.

Abziehriemen und Ledern
Während flache Messer auf sogenannten Stoßriemen (Stoßmesser) abgezogen werden, benutzt man für 1/2 oder 1/1 hohle Messer Hängeriemen, z. T. mit Drehknauf zum Aufhängen, aus feinem Rindleder oder dem sehr geschmeidigen Juchtenleder, zum Teil mit Hanfschlauch auf der Rückseite; dieser dient dazu, den Grat in die vom Messer wegweisende Richtung aufzurichten. Die Lederseite kann bei Bedarf mit feiner Schleifpaste (Paste Rot) und zum abschließenden Polieren auf separatem Riemen mit Polierpaste (Paste Schwarz) hauchfein eingerieben und mit dem Handballen eingewalkt werden. Das Ledern erfolgt im flachen Winkel mit aufgelegtem Rücken, der in Ziehrichtung vom Körper weg weist. Das Messer soll beim Wechseln über den Rücken gedreht - siehe Skizze - und dann wieder zum Körper hin abgezogen werden. Ein Richtungswechsel über die Schneide läßt diese rund (ballig) werden und den Schnitt verlieren, hier hilft nur der Nachschliff!

Die Rasur
Ein solchermaßen gepflegtes Messer ist nun vorbereitet zur "erlebnisreichen" Messerrasur, unterstützt von Pinsel und Seife. Der Neuling beginnt zunächst mit den unproblematischen, glatten Gesichtszonen und hält das aufgeklappte Rasiermesser mit Daumen und drei Fingern so, daß die geöffnete Schale vom Gesicht wegweist, siehe Skizze.

Die mit gutem Rasierseifenschaum vorbereiteteund geschmeidige Haut muß gestrafft werden und das Messer mit einem Winkel von ca. 30° zunächst mit und beim nächsten Rasiergang gegen den Bartstrich bewegt werden. Zu flach geführt reißt das Messer die Stoppeln, zu steil schneidet es die Haut. Stets in Schneidenrichtung bewegen, niemals horizontal (Verletzungsgefahr!); stets gleichmäßig durchziehen und an Ecken, Grübchen und Oberlippe das Messer ein wenig steiler halten.
Sollte das Messer durch Fall oder beim Einklappen in die Schale beschädigt sein, nicht mehr weiterbenutzen, hier hilft kein Ledern, sondern nur der ordentliche Nachschliff und Abzug durch einen Fachmann.